TIM IN TIBET

fr NINTENDO SUPER-NES, 129,- DM

Die Story

Der berhmte Reporter Tim erfhrt, da sein Freund Tschang bei einem Flugzeug-
absturz ums Leben gekommen sein soll. Er befand sich an Bord einer Maschine,
die in Nepal abstrzte. In einem Traum sieht Tim seinen Freund jedoch verloren
im Schnee sitzen - er glaubt daraufhin nicht mehr an den Tod von Tschang und
macht sich zusammen mit seinem alten Kumpel Kpt'n Haddock auf den Weg, ihn zu
retten.
Die Suche nach Tschang fhrt nach Tibet, wo Tim und Kpt'n Haddock zahlreiche
Abenteuer zu bestehen haben. Sie mssen Felswnde erklimmen, reissende Flsse
berqueren, sich in dunklen Hhlen und riesigen Lamaklstern zurechtfinden und
sie begegnen sogar dem sagenhaften Schneemenschen, dem Yeti!
"Tim in Tibet" ist ursprnglich ein Band aus der Comicserie "Tim und Struppi"
des Belgiers Herge. Der hat mit den Abenteuern von Tim, seinem Hund Struppi
und dem stets fluchenden und trinkenden Kpt'n Haddock einen Comic-Klassiker
geschaffen, an dessen Stil sich seither zahlreiche Comiczeichner orientieren.
Es gibt mittlerweile Tim und Struppi-Filme, Ausstellungen und ein riesiges
Sortiment an Merchandising. Nur neue Abenteuer wird es nicht geben: Herge hat
nmlich in seinem Testament verfgt, da nach seinem Tode keine Fortsetzung
von "Tin-Tin", wie er im Original heisst, erscheinen darf.


Die Technik

Auf den ersten Blick wirkt "Tim in Tibet" wie ein ganz normales Jump'n'Run
Spiel. Das ndert sich allerdings in dem Moment, in dem man das Steuerkreuz
an bestimmten Stellen im Spiel nach unten drckt. Anstatt sich zu bcken,
luft Tim dann nmlich im Bild nach vorne - und er wird dabei auch schn 3-D
mig grer. Das bedeutet, da man Hindernissen richtig aus dem Weg gehen
kann, anstatt sie nur zu berspringen. In den einzelnen Levels geht es auerdem
nicht nur um ein einfaches Abrennen der Strecke von links nach rechts - man mu
sich kreuz und quer bewegen, mu Leute ansprechen, um an wichtige Informationen
zu gelangen und bestimmte Sachen finden. Das aufwendigste Level ist eine
Kletterpartie in einer Felswand, bei der sich Tim und Haddock mit einem Seil
sichern und man die beiden immer abwechselnd steuern muss. Dabei luft man
immer gegen ein Zeitlimit und kann sich pro Leben vier Schnitzer erlauben. Die
Steuerung geht in Ordnung, wobei sie mir an einigen Stellen zu ungenau ist
- besonders wenn man Tim rennen lsst, hapert es da mit der Koordination.
Ansonsten gibt es bei der Grafik nichts zu meckern, da haben die Macher von
"Tim in Tibet" offensichtlich Comix und Filme genau studiert. Auch der Sound-
track ist gut - wen die Musik nervt, der kann sie auerdem abschalten.
Eine Speicherbatterie fehlt - alle paar Levels gibt's aber ein Passwort, mit
dem man dann an dieser Stelle wieder ins Spiel einsteigen kann.


Und - ist gut?

Tim und Struppi verhlt sich zu Asterix und Obelix wie Take That zu East 17:
sie sind die einzige ernstzunehmende Konkurrenz auf dem europischen Comic-
markt. Von daher ist es schon lustig, da dieselbe Firma "Tim in Tibet"
herausbringt, die auch schon Asterix in eine Spielekonsole gepackt hat! Und
diese Firma hat grtenteils wirklich einen guten Job gemacht. Die Farben
entsprechen denen des Original-Comic, die Bewegungen sind flssig und der
Soundtrack schn stimmungsvoll. Auch die Kombination von typischen Jump 'n'
Run Elementen mit kleinen Tfteleien in einzelnen Levels ist gelungen und der
3-D-Effekt sieht nicht nur Klasse aus - er bietet auch neue Spielvarianten.
Was mich etwas gestrt hat, sind die knapp bemessenen Leben im Zusammenhang
mit den sprlich gestreuten Passwrtern. Wenn man nmlich ein Level geschafft
hat, dann macht es wenig Spass, das immer und immer wieder zu durchlaufen, nur
weil man drei Stationen weiter noch nicht auf die richtige Lsung gekommen ist.
Auerdem fllt auf, da die Elemente der einzelnen Levels sich sehr stark
wiederholen: Kommt einmal ein Kellner aus einer Tr, so kann man sicher sein,
da die gleiche Tr mit dem gleichen Kellner gleich noch ein paarmal auftauchen
wird - das ist nicht nur etwas eintnig - dabei verliert man auch schnell die
Orientierung. Und dann gibt es noch einen Schnitzer, der auf das Konto der
Saubermnner von NINTENDO geht: da in den Spielen grundstzlich kein Alkohol
auftauchen darf, muss Kpt'n Haddock vllig untypisch das ganze Abenteuer ber
trocken bleiben.
